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Mietrecht: Einziehen von Gipskartonwänden im Mietobjekt keine unwesentliche Änderung

Rechtsnews | 15.10.2014

Mietrecht: Einziehen von Gipskartonwänden im Mietobjekt keine unwesentliche Änderung

Eine Raumtrennung durch Einziehung von Gipskartonwänden geht über eine unwesentliche Veränderung hinaus, die vom Mieter ohne Befassung des Vermieters durchgeführt werden könnte. Das Gericht kann eine solche Änderung nur dann (nachträglich) genehmigen, wenn nicht nur das wichtige Interesse des Mieters, sondern auch die Verkehrsüblichkeit zu bejahen ist (OGH 25. 7. 2014, 5 Ob 57/14i).

Dass die Schaffung eines Büroraums und eines Windfangs in einer Wohnung durch Einziehung von Gipskartonwänden verkehrsüblich ist, ist nicht offensichtlich. Der Mieter hat konkrete Behauptungen aufzustellen, aus denen sich die Verkehrsüblichkeit ableiten lässt.

Da die Befassung der vorgeschalteten Schlichtungsstelle eine zwingende, von Amts wegen zu prüfende Voraussetzung für das gerichtliche Verfahren ist, darf der Antrag vor Gericht nicht erweitert werden. Bei der Beurteilung, ob eine Erweiterung oder bloß eine Präzisierung des Mieterantrags auf Genehmigung einer baulichen Änderung vorliegt, ist zu berücksichtigen, dass hier zwar im Allgemeinen keine strengen Anforderungen an die Bestimmtheit des Begehrens gestellt werden, dies jedoch nicht gilt, wenn die Zustimmung des Vermieters zu bereits durchgeführten Arbeiten ersetzt werden soll.