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Stärkung der Rechte von Flugpassagieren

Rechtsnews | 25.07.2014

Stärkung der Rechte von Flugpassagieren

Eine Verspätung endet nicht mit dem Aufsetzen des Flugzeugs auf der Landebahn. Das hat nun der Europäische Gerichtshof entschieden und damit die Rechte der Fluggäste gestärkt.

Ausschlaggebend für das Ausmaß einer Verspätung sei, wann nach der Landung mindestens eine Tür der Maschine geöffnet worden sei, urteilte der EuGH (Az: C-452/13).

Bei der Auseinandersetzung vor dem EuGH ging es darum, welcher Zeitpunkt maßgeblich für die Berechnung einer Verspätung ist: das Aufsetzen auf der Landebahn, das Erreichen der endgültigen Parkposition mit Setzen der Parkbremse oder das Öffnen der Flugzeugtür.

Im konkreten Fall lag ein Konflikt zwischen einer europäischen Fluglinie und einem Fluggast vor. Dieser hatte eine Entschädigung eingefordert, weil seine Verbindung mehr als drei Stunden zu spät gewesen sei. Die Fluglinie hatte dagegen argumentiert, dass die Maschine auf der Landebahn nur zwei Stunden und 58 Minuten später als geplant aufgesetzt habe.

Flugpassagiere können derzeit bei Verspätungen ab drei Stunden eine Ausgleichszahlung von ihrer Fluggesellschaft verlangen. Laut einer Entscheidung des EuGH von 2009 stehen dem Verbraucher bei einer Verspätung ab drei Stunden die gleichen Ausgleichszahlungen wie bei der Annullierung eines Fluges zu. Das sind je nach Länge der Flugstrecke 250 Euro (bis 1500 km), 400 Euro (bis 3500 km) oder 600 Euro (ab 3500 km).