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Auch beim Wintersport gilt der Vertrauensgrundsatz

Auch beim Wintersport gilt der Vertrauensgrundsatz

Unfälle auf oder rund um die Piste nehmen – subjektiv wahr genommen – jährlich zu. Definitiv im Steigen begriffen sind die meist gerichtlichen Auseinandersetzungen nach einem Schi-Unfall. Umso wichtiger wird es, sich mit den Regeln auf der Schipiste auseinanderzusetzen. Wie auch im Autoverkehr ist der Vertrauensgrundsatz ein Rechtsprinzip.

Im konkreten Fall ging es um einen Zusammenstoß zwischen einem Snowboarder und einem Kind. Auch wenn auf ein verkehrsgerechtes Verhalten von Kindern Schi- oder Snowboardfahrer nicht oder nur beschränkt vertrauen dürfen, muss ein Snowboardfahrer nicht damit rechnen, dass ein siebenjähriger Skifahrer, der 2 Meter außerhalb der Skipiste stehen geblieben ist, jederzeit wieder in die Piste einfahren könnte, ohne auf ihn zu achten.

Dass der Snowboardfahrer bei der Annäherung Schwünge fuhr, durch die das Kind kurzfristig aus seinem Blickwinkel geriet, und seine Geschwindigkeit nicht stark verminderte (mit der Gefahr, dass er auf der flachen Stelle überhaupt zum Stillstand kommt), ist ihm daher nicht als Sorgfaltsverstoß vorzuwerfen. Dies hat der Oberste Gerichtshof kürzlich entschieden (OGH 25. 11. 2015, 8 Ob 90/15s).