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Rechtsanwältin Nina Ollinger klärt zu Vorsorgevollmacht und Testament auf

Rechtsanwältin Nina Ollinger klärt zu Vorsorgevollmacht und Testament auf

In der NÖN Ausgabe 38 darf die Purkersdorfer Rechtsanwältin Nina Ollinger über “das Vorsorgen für das Alter und danach” aufklären.

Seitdem 2017 die Gesetzeslage im Bereich des Erbrechts geändert wurde, ist das Bewusstsein und die Sensibilität vor allem älterer Personen hinsichtlich der Vorsorge und Absicherung für sich, aber auch für seine Nachkommen, noch einmal gestiegen.

“Wer sich seine Ziele überlegt und sich beraten lässt, kann sich gut absichern und für sich und seine Erben gut vorsorgen”

Lesen Sie den informativen Beitrag über die richtige Vorsorge und die umfangreichen Möglichkeiten, die man in diesem Bereich hat. Auch in der Zeit im Bild durfte die Rechtsanwältin zu diesem wichtigen Thema berichten.

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    Informationsabend zum Thema „Vorsorgen mit Testament und Vorsorge-vollmacht“ der Raiffeisenbank Wienerwald in der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Ollinger

    Die Bankstelle Purkersdorf der Raiffeisenbank Wienerwald organisierte in Kooperation mit der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Ollinger einen Informationsabend zum aktuellen Thema Erbrecht.

    Im historischen Kellergewölbe der alten Post am Purkersdorfer Hauptplatz referierte Rechtsanwältin und Kanzlei-Inhaberin Nina Ollinger zum spannenden Thema Erb-, Pflichtteils- und Testierrecht und welche Änderungen die Erbrechtsreform und das neue Erwachsenenschutzgesetz mit sich bringen.

    „Wir sind sehr erfreut, dass unser Angebot auf so viel Interesse seitens unserer Kunden stößt“, sagt Barbara Scheinhart, Bankstellenleiterin in Purkersdorf, die für die Organisation des Fachvortrages verantwortlich zeigt. Rechtsanwältin Nina Ollinger ergänzt: „Ich bin wirklich beeindruckt vom Interesse, aber auch von der regen Anteilnahme meines Vortrages“.

    Sowohl nach dem Vortrag wie auch beim anschließenden Buffet wurde noch intensiv weiter diskutiert. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass man mit dem Thema einen Nerv traf. „Die rechtzeitige Vorsorge und das Befassen mit diesen Themen ist vielen unangenehm, schafft jedoch Klarheit und vermeidet Streitereien und Schwierigkeiten. Ich kann es deshalb, auch mit meiner langjährigen Erfahrung, jedem nur wärmstens empfehlen“, so die Purkersdorfer Rechtsanwältin

    Testament – eigen- oder fremdhändig verfasst?

    Der OGH (2. 7. 2015, 2 Ob 106/15z) hat kürzlich entschieden, dass eine letztwillige Anordnung, die aus eigen- und fremdhändigen Elementen besteht, nur dann als formgerechte eigenhändige Verfügung qualifiziert werden kann, wenn der vom Erblasser handschriftlich verfasste Teil für sich genommen einen Sinn ergibt. Der fremdhändige Teil kann nur zur Auslegung herangezogen werden, wobei das Ergebnis einen – wenn auch noch so geringen – Anhaltspunkt im handschriftlichen Teil finden muss.

    Im vorliegenden Fall erstellte der Kläger zu Lebzeiten der Erblasserin eine Liste mit ihr gehörenden Vermögensgegenständen. Die Erblasserin schrieb mit der Hand über die Liste die Worte “Von meinem Besitz“ und unter die Liste die Worte “Gehört nach meinem Tode Dir … [dem Kläger]“. Neben einige Vermögensgegenstände setzte sie das Wort “ja“, neben andere das Wort “nein“. Anschließend unterfertigte sie das Dokument.

    Im vorliegenden Verfahren begehrte der Kläger von den beklagten Erbinnen die Herausgabe einer mit “ja“ bezeichneten Sache. Das von der Erblasserin unterschriebene Dokument sei als formgültiges Vermächtnis zu qualifizieren. In seiner Entscheidung ging der OGH – wie die Vorinstanzen – davon aus, dass es sich um keine formgültige eigenhändige Verfügung handelt, weil aus dem von der Erblasserin selbst verfassten Teil alleine schon mangels Anführung konkreter Sachen kein Vermächtnis abgeleitet werden kann.

    Um solchen Problemen vorzubeugen, empfiehlt sich eine Testamentserstellung mit einem Anwalt oder Notar. Rechtsanwältin Dr. Nina Ollinger trägt übrigens am 21.10.2015 zum Thema “Änderungen im Testamentsrecht durch die Erbrechtsnovelle 2015” vor (Gemeindeamt Gablitz, ab 19 Uhr). Der Eintritt ist kostenlos!

    Erbrecht: Änderungen nun fix

    Der Gesetzesentwurf von Justizminister Brandstetter, genannt Erbrechts-Änderungsgesetz 2015 (ErbRÄG 2015) wurde mit breiter Mehrheit im Nationalrat angenommen. Das Erbrecht wurde damit modernisiert und in vielen Bereichen umgestaltet.

    Im Mittelpunkt des ErbRÄG 2015 steht eine große Erbrechtsreform, die eine umfassende Modernisierung der gesamten erbrechtlichen Bestimmungen zum Ziel hat.

    An wesentlichen Änderungen zu nennen sind etwa
    • die Enterbung naher Angehöriger wurde unter gewissen Umständen vereinfacht
    • pflegende Angehörige sind stärker bei der Verteilung des Erbes zu berücksichtigen
    • Eltern sind vom Pflichterbe ausgenommen; nur noch die Nachkommen und der Ehegatte oder eingetragene Partner sind pflichtteilsberechtigt
    • Das Erben von Familienbetrieben ist künftig möglich, Miterben sind in Raten auszuzahlen. Damit soll der Fortbestand von Klein- und Mittelbetrieben sichergestellt werden
    • Testamente zugunsten früherer Ehegatten oder Lebensgefährten werden nach einer Scheidung automatisch als aufgehoben gewertet
    • Die wohl wichtigste Neuerungen für Lebensgefährten: Gibt es kein Testament und keine Verwandten, hat ein Lebensgefährte künftig Vorrang vor dem sogenannten Heimfallsrecht des Staates. Diese Regelung wird bisherige Härtefälle verhindern, wonach der Lebensgefährte etwa nicht in der gemeinsamen Wohnung verbleiben konnte, die dem Verstorbenen gehörte
    • Beibehalten wird die Bestimmung, dass ein nicht selbst geschriebenes Testament dreier Zeugen bedarf, das fremdhändige Testament soll aber durch verschiedene Maßnahmen fälschungssicherer gestaltet werden
    • Nunmehr kann der Pflichtteil auch dann auf die Hälfte gemindert werden, wenn mindestens zwanzig Jahre kein Kontakt bestand. Bislang war dies nur möglich, wenn gar kein Kontakt gegeben war

    Die Erbrechtsreform tritt nach einer ungewohnt langen Legisvakanz am 1. 1. 2017 in Kraft. Somit bleibt genug Zeit, um sich gut zu informieren, zu beraten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

    Rechtsanwaltskanzlei Dr. Ollinger Rechtsanwalt, Anwalt, Rechtsberatung, Purkersdorf, Klosterneuburg, Altmünster hat 5,00 von 5 Sternen 40 Bewertungen auf ProvenExpert.com